Wie die Zeitung “Sonntag” berichtet, plant SWISS in Zukunft indische und thailändische Flight Attendants einzustellen. Das ist eigentlich nichts spektakuläres, denn schon seit längerem werden ausländische Flugbegleiter (“Foreign Flight Attendants FOR”) eingesetzt. Dies soll vor allem dann nützlich sein, wenn Passagiere weder eine Schweizer Landessprache noch Englisch beherrschen. Bei der neusten Entwicklung soll aber etwas ganz anderes im Vordergrund stehen: Lohnkosten sparen, um Entlassungen zu vermeiden.
Auf Kosten der Flight Attendants zu sparen, ist natürlich nicht ok. In Sachen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft könnten aber viele Flight Attendants der SWISS meiner Meinung nach wieder etwas lernen von ihren asiatischen Kolleginnen. Meine letzten Reisen mit der SWISS waren zwar mehr oder weniger OK. Mehr aber auch nicht. Viele Flight Attendants haben wohl vergessen, was sich ihr Arbeitgeber unter anderem als Verkaufsargument auf die Fahne schreibt: Freundlichkeit. Schlechtestes Beispiel: Auf meinem Rückflug von Boston nach Zürich haben ich und meine Reisepartnerin etwas länger geschlafen. Das Frühstück wurde mir geliefert. Meiner Reisepartnerin aber auch nach zweimaligem Nachfragen nicht. Und das in der Business-Class, wohlgemerkt. Eine Entschuldigung vom jungen Flight Attendant, der offenbar grad vom Schlafen kam (an seiner Frisur und seinem Hemd an) warteten wir vergebens. Das hat dann immerhin der M/C für seinen Kollegen getan.
Trotzdem muss ich die Flugbegleiter auch etwas in Schutz nehmen. Da aus Kostengründen immer weniger Personal pro Passagier auf einem Flug bereit steht, ist natürlich auch nicht der gleiche Service zu erfahren. Trotzdem hat ein Lächeln und etwas mehr Freundlichkeit selten geschadet.



